Werbeverbot für Heilberufe aufgehoben

Seit das Werbeverbot für Heilberufe überholt ist, eröffnen sich der Ärzteschaft und den verwandten Heilberufen ganz neue Perspektiven. Auch Ärzte und Heilberufler dürfen jetzt werbetechnisch Präsenz zeigen, mit Patienten kommunizieren und sich außerdem wettbewerbsgerecht aufstellen. Neben Werbung in öffentlichen Medien ist deshalb auch die Webseite für Arztpraxis und Heilberufe im Internet erlaubt.

Zwar unterliegt ihre Werbung weiterhin bestimmten, gesetzlichen Regelungen, aber dennoch darf nun auch diese Berufsgruppe ihr Angebot im angemessenen Rahmen bewerben. Was für Werbemittel erlaubt sind und wie Heilberufler nicht werben dürfen, erfahren Sie im Bericht > Praxiswebseite – Welche Werbung ist erlaubt?

Webseite für Arztpraxis und Heilberufe - Internetpräsenz von Ärzten

Eigene Webseite für Arztpraxis und Heilberufe nur selten genutzt

Trotzdem Ärzte und Heilberufler nun auch Internetseiten für ihr Angebot einrichten dürfen, haben viele diese Möglichkeiten noch nicht genutzt. Zu diesem Ergebnis kam eine LA-MED API-Studie aus dem Jahr 2016, die alle zwei Jahre niedergelassene Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten befragt.

Wie die API-Studie vom Arbeitskreis LA-MED zum Thema „Der Arzt im Internet“ ergab, betreiben nämlich nur 38% der Ärzte eine eigene Webseite, auf der sich Patienten über ihr Angebot erkundigen können. Unbeliebt sind dagegen Social-Media-Plattformen. Lediglich 1% der befragten Ärzte hat einen eigenen Eintrag bei Facebook. Auch beruflich nutzen 80% der Studienteilnehmer soziale Medien wie Facebook, Twitter oder auch Xing nicht.

Warum ist die Webseite für Arztpraxis und Heilberufe wenig im Einsatz?

Auf der Suche nach den Gründen, warum nur so wenige Ärzte und Heilberufler eine eigene Praxis-Webseite für sich in Anspruch nehmen, gibt eine weitere Studie Auskunft. Die Studie wurde im Jahr 2012 von der Stiftung Gesundheit erhoben. Danach begründete ein Teil der Befragten ihre Entscheidung gegen eine Praxis-Webseite mit „zu vielen rechtlichen Unsicherheiten“. Weitere Befragungen ergaben dann, dass nur einer von zehn Befragten eine Abmahnung wegen einem mutmaßlichen Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen erhielt. Über 50% der Homepagebetreiber hatten sich dagegen von einem Anwalt oder der Ärztekammer unterstützen lassen.

Internetpräsenz der Ärzte ist gefragt

Dass der moderne Patient die Präsenz einer Arztpraxis im Internet heute erwartet, zeigt eine Studie des Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES aus dem Jahr 2014 ganz deutlich. Nach den Ergebnissen der Studie suchen schon 42% der Befragten ihren Arzt über das Internet und nur noch 56% wählen ihren Arzt derzeit noch über Empfehlungen von Ärzten, Familie oder Freunden.

Webseite Für Praxis und Heilberufe - Grafik zur Arztsuche
DOCRELATIONS®-Studie 2013

Google bei der Arztsuche klar vorne

Wenn es um die Frage geht, auf welchem Wege der Patient im Internet seinen Arzt ausfindig macht, gibt eine Studie von Docrelations® Auskunft. Danach nutzen 66% der Befragten regelmäßig die Suchmaschine Google für die Suche nach einem Arzt. Nur 24% sind dagegen in Arztportalen unterwegs. Noch weniger Relevanz haben Soziale Neztwerke und Internetforen. Hier suchen nur insgesamt 9% der Befragten nach einem Arzt – davon 7% in Internetforen und 2% bei Facebook.

Markting-Budget von Ärzten

Zum Marketing-Budget von Ärzten hat die Stiftung Gesundheit im Jahr 2012 in ihrer Studie außerdem ermittelt, dass nur 13% der befragten Ärzte überhaupt ein Marketing-Budget festlegen. Dabei entfielen 70,7% der Marketingmaßnahmen auf den Bereich Internet. Die Investitionen wendeten die Befragten speziell für die Praxis Homepage sowie die Teilnahme an Internetverzeichnissen auf. Ansonsten flossen die Investitionen in Personal und Visitenkarten.